Tom Felber für creative face Magazin
Knapp 60 ausgewählte, aufstrebende Galerien aus 13 Ländern zeigen bis zum Sonntag ihre Neuentdeckungen aus der jungen, internationalen Kunstszene auf der vierten PREVIEW BERLIN einem internationalen Publikum. Die Messe findet am letzten Betriebswochenende des Flughafens Tempelhof statt und zeigt damit vielleicht Richtungen für zukünftige Nutzungsmöglichkeiten des Geländes auf. Die PREVIEW, die 2005 aus der Initiative der drei Berliner Galeristen Kristian Jarmuschek, Tobias Kuttner, Rüdiger Lange und des Künstlers Ralf Schmitt entstand, hat sich einen festen Platz im Messekalender erworben. Alexander Duve von der Galerie DUVE Berlin bringt es auf den Punkt: "Als eine von Berlins jungen und aufstrebenden Galerien ist es für uns selbstverständlich, auf einer der Berliner Kunstmessen auszustellen. Und die PREVIEW BERLIN ist dabei diejenige, die zu unseren Ideen und Überzeugungen am besten passt - sie ist jung und dynamisch".
Rund die Hälfte der Galerien kommt aus Deutschland und davon die meisten aus Berlin. Mit dabei ist MyVisit, Berlin mit einer Arbeit von Stephanie Jünemann. Bei Jarmuschek+Partner, Berlin werden Arbeiten von Künstlern gezeigt, die sich in einem Spektrum von traditionellen Techniken bis zu elektronischer Bildbearbeitung bewegen. Auf der PREVIEW BERLIN ist unter anderem die sehr klangvolle Installation "Sound of Fortune" von Dieter Lutsch zu sehen. Ebenfalls aus Berlin kommt Wendt + Friedmann. Die Galerie setzt auf sehr junge, europäische Künstler, die professionell in Malerei, Skulptur, Fotografie und neuen Medien arbeiten. Gezeigt werden Moritz Schleime (siehe auch das Interview mit dem Künstler) und Christian Achenbach. DUVE Berlin setzt auf ein internationales Programm mit jungen Künstlern aus allen Medien-Bereichen, wie Malerei, Installationen, Foto, Video, ergänzt durch Performances und Artist Talks. Auf der PREVIEW BERLIN wird eine Soloshow mit Arbeiten von Marcus Knupp gezeigt (siehe auch Artikel über Marcus Knopp). KOMET BERLIN Galerie, ist eine Produzentengalerie - eine kontrastreiche Gruppe junger Künstler, die sich alle klar in der heutigen Zeit positionierter gegenständlich-figurativer Ausdrucksformen bedienen. Bei ihnen ist unter anderem ein Installation von Sandro Porcu (siehe auch Artikel über Sandro Porcu)zu sehen. Krammig & Pepper Contemporary, Berlin, stellt dieses Jahr den Fotografen Carsten Gliese (siehe auch Artikel über Carsten Gliese) auf der PREVIEW BERLIN vor, der der Frage nachgeht, wie es möglich ist mittels Licht ein architektonisches Phänomen im Sinne eines Trompe-L'oeuil zu erzeugen. Die von den beiden Brüdern Lukas und Sebastian Baden geführte Galerie Ferenbalm-Gurbrü Station aus Karlsruhe setzt auf junge Künstlerinnen und Künstler aus dem Umfeld der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Sie zeigen zum Beispiel Arbeiten von Angelika Arendt und Donna Stolz. Priska C. Juschka Fine Art, New York und Galerie baer, Dresden haben mit den Künstlern Theo Boettger, Jan Brokof und Jade Townsend einen gemeinsamen Stand gestaltet.
Außerhalb Deutschlands ist mit 4 Galerien Dänemark am stärksten vertreten. Die Besucher können beispielsweise Christian Finnes Gemälde „State of the Stone" bei Christoffer Egelund aus Kopenhagen finden, der den Fokus auf zeitgenössische skandinavische Künstler legt. Offenheit im Umgang mit Medien zeichnet die vertretenen Künstler aus. Ebenfalls aus Kopenhagen kommt Beaver Projects. Die Galerie richtet sich nicht nach aktuellen Trends, sondern zeigt starke Einzelpositionen in der zeitgenössischen Kunst. Zum Beispiel das Künstler-Duo Bank & Rau. L.J. BEAUBOURG aus Paris unterstützt sehr junge, internationale Künstler aller Disziplinen wie z.B. Swoon. Israel wird durch 2 Galerien vertreten. Eine davon ist TheHeder, Tel Aviv. Die 2003 gegründete Galerie zeigt nicht nur herausragende israelische und palästinensische Künstler wie z.B. Lee Yanor mit der Video-Installation „Cloud 9", sondern zeichnet sich auch durch die Vernetzung mit Architektur und Innenarchitekturprojekten aus. Aschenbach & Hofland, Amsterdam, vertritt junge Künstler, die sich durch eine hohe Professionalität im Umgang mit Materialien, Raum und Architektur auszeichnen. Die Galerie zeigt unter anderem Michael Kirkham. Römerapotheke aus Zürich ist eine der beiden Schweizer Galerien. Die Galerie für zeitgenössische Kunst mit einem radikalen Anspruch ist auf zahlreichen internationalen Messen vertreten und eröffnete 2006 eine Berliner Filiale. Sie zeigt Arbeiten der Berliner Künstlerin Iris Kettner. Qbox, Athen, wurde 2005 als kuratierendes Handelsunternehmen gegründet, dessen Absicht es ist zeitgenössische Künstler national zu vernetzen und international zu fördern, wie z.B. Pavlos Nikolakopoulos.
Besonders vielfältig ist dieses Jahr das Rahmenprogramm der PREVIW BERLIN. Mit der neuen Blue Room Series steht die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler im Vordergrund. Die dänische Kuratorin Lotte Møller wählte Søren Lose (DK, 1972) aus, einen blau gestrichenen Raum auf der Empore im Hangar2 zu gestalten. Søren Lose hat eine raumfüllende Installation entworfen. Auf dem Performance Art Day am 30. Oktober 2008 werden auf der Messe Objektpräsentationen, durational Performances, Videoperformances und Story-Telling gezeigt. Florian Feigl, Berliner Performance Künstler, Kurator und Mitglied des „Performer Stammtisches" für Live-Künstler hat den Performance Art Day kuratiert. Videokunst ist seit Anbeginn im Video Art Programm auf der PREVIW BERLIN vertreten. Die neu entworfene Video Art Box bietet adäquaten Raum für das Screening einer Bandbreite aktueller Video Kunst, ausgewählt von der Kuratorin Sabine Schütze. Schließlich geht die PREVIEW BERLIN den Dialog mit der Mode ein. In Zusammenarbeit mit WOUND, dem emerging Magazin für Mode, Kunst, Musik und Architektur aus London, hat der französische Stardesigner Romain Kremer exklusiv ein T-Shirt für die PREVIEW BERLIN entworfen. Das in streng limitierter Auflage produzierte T-Shirt wird bis zum 2. November exklusiv auf der PREVIEW BERLIN zu erhalten sein.











