
Wolfgang Auer 'Blue Baby have a Break' (detail), 2008, mixed media (plastics wood, metal, textiles), 280x250x330 cm / Photo: Mike Döpp
Tom Felber für ceative face Magazin
Vom 2. bis zum 5. Oktober 2008 präsentierte die ART.FAIR 21 insgesamt 59 Galerien aus 9 Ländern und von 3 Kontinenten. Der Zulassungsausschuss wählte die teilnehmenden Galerien aus über 280 Bewerbungen aus. Die Messe für aktuelle Kunst hat sich für Freunde und Liebhaber zeitgenössischer Kunst zum Pflichttermin im rheinischen Kunstherbst entwickelt. Stetig steigendes Publikumsinteresse, welches dieses Jahr einen Rekord erreichte und die wiederum sehr gute Verkäufe, bestätigen das erfolgreiche Messekonzept: Ein lebendiges und spannendes Zusammenspiel von namhaften und jungen Galerien sowie renommierten Künstlern und Newcomer Positionen. Yasha Young von der Galerie Strychnin (Berlin, London, New York) und Mitglied des Beirats der ART.FAIR 21 sagt in diesem Zusammenhang: „ Messen wie die ART.FAIR 21 sind inzwischen der eigentliche Gradmesser dafür, was an Kunst in die Gesellschaft drängt, sich von uns als Galeristen in die Gesellschaft tragen lässt."
"Der Schwerpunkt der ART.FAIR 21 wechselt von Messe zu Messe. Dieses Jahr stehen die neuen Märkte Asiens im Zentrum, vertreten durch zahlreiche Galerien aus Korea und Taiwan," sagt der Direktor der ART.FAIR 21, Walter Gehlen. Und Michael Schulz von der Galerie Michael Schulz (Berlin, Seoul, Beijing) und Mitglied des Beirats der ART.FAIR 21 fügt hinzu: "Der koreanische Kunstmarkt war schon immer eng mit dem Deutschen verbunden. Die Zusammenführung auf der ART.FAIR 21 ist eine konsequente und logische Entwicklung der vergangenen Jahre. Die koreanischen Kollegen freuen sich nicht nur auf positive Geschäftsabschlüsse, sondern ebenso auf die Vermittlung ihrer Künstler in deutsche Galerien und Museen."
Vier Galerien aus Taiwan und sechs Galerien aus Korea präsentierten auf der ART.FAIR 21 eine Mischung aus etablierten und aufstrebenden Künstlern. Aus Seoul zeigte zum Beispiel KEUMSAN GALLERY unter anderem Digital-Prints aus Kim Joon's ‘bird land' Serie und THE HODU GALLERY präsentierte eine Solo-Show des Künstlers D Hwang. Wie vielfältig die koreanische Kunst ist, konnte der Betrachter beim Besuch der Galerien GALLERY 2, die die farben-reichen Gemälde des bekannten Künstlers Lee Dongi ausstellte, PHILIP KANG GALLERY, mit der Keyboard-on-Panel Kunst von Kim Young Seok, KWANHOON GALLERY, die unter anderem Gemälde von Lee Dongjo zeigte oder GALERIE DE LEE, mit Gemälden von Hong Kyong-Tack, sehen. Die vier aus Taiwan stammenden Galerien AKI GALLERY, die Gemälde von Lo Chan-Peng zeigte, DER-HORNG ART GALLERY, zum Beispiel mit dem Künstler Wei-Ho Wang, DYNASTY ART GALLERY, die Chiu Chih-Wei zeigte und GALERIE GRAND SIÈCLE, die unter anderem Su Meng-Hung präsentierte, gaben einen sehr interessanten Einblick in die Kunstszene Taiwans.
Obwohl Kunst aus Asien den diesjährigen Schwerpunkt auf der ART.FAIR 21 bildete, kamen natürlich bekannte sowie junge, aufstrebende Künstler aus Europa und Amerika nicht zu kurz. GALERIE MICHAEL SCHULZ (Berlin, Seoul, Beijing) präsentierte zum Beispiel eine großformatige Skulptur von Wolfgang Auer. C. WICHTENDAHL. GALERIE., ebenfalls aus Berlin, zeigte unter anderem faszinierende Skulpturen aus Papier und Glas von Angela Glajcar. STRYCHNIN GALLERY, beheimatet in New York, Berlin und London, zeigte gleich die ganze Bandbreite künstlerischer Medien, so zum Beispiel The Order von Bijou, eine digitale collage in einer Lichtbox. Eine der Galerien aus Köln, die ART GALERIE 7 zeigte neue Arbeiten von Monica Hansebakken, die Karlsruher GALERIE SUPPER präsentierte unter anderem Monika Thieles außergewöhnliche ‘Fadenbilder' und GALERIE VON BRAUNBEHRENS aus München stellte unter anderem Andy Denzlers Gemälde aus. Zahlreiche Galerien aus dem übrigen Europa präsentierten viele ihrer erfolgreichen Künstler. Zwei seien hier nur beispielhaft genannt: ARTKITCHEN aus Amsterdam, die Skulpturen von Hans van Bentem zeigten und die Wiener GALERIE FREY mit ihren Gemälden von Veronika Dirnhofer. Für den amerikanischen Kontinent zeigte die in Brooklyn und San Francisco beheimatete Galerie MCCAIG WELLES AND ROSENTHAL unter anderem Arbeiten von Colin Burns.
Begleitet wurde die ART.FAIR 21 von einem interdisziplinären Veranstaltungsprogramm, welches Musik, Video, Performance, Tanz und Theater beinhaltete. Einen weiteren wichtigen Bestandteil der ART.FAIR 21 bildete der zum dritten mal in Kooperation mit der Aktion Mensch stattfindende "Gesellschafter ART.AWARD 08". Die teilnehmenden jungen Künstler waren aufgerufen, Antworten auf die Frage "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" zu finden. Aus der Gruppe der zehn Finalisten wurde die Künstlerin Lilli Hill mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Lilli Hills Werke werben ich für die Akzeptanz des "Anders-Sein".


